| ZO Extra - Wochenendbeilage - März. '04

CD Review "Langsam Aber Sicher"
Langsam aber sicher werden die Herren von "booze" so richtig gut. Was sie auf ihrer neuen Scheibe präsentieren übersteigt die Erwartungen deutlich. Es ist absolut professionell aufgenommen und eingespielt. Das Songwriting zeugt von Erfahrung, die Texte von Tiefgang, die Musik von Handwerk. Und wenn die Band auf der CD gleich mit dem salonfähigen Rock-Song "Heldä" einfährt, dann tönt das so: "Das isch s Lied über d’Heldä, wo’s nüme gitt, wo nüme chönd oder nüme wänd und debii wär’s Ziit für Heldätate." Und dabei rockt die "Schtromgitarre", wi die Jungs sie nennen. Dabei räkelt sich Thomas Mäuslis rauhe Stimme durch die Melodiewindungen und Wälty’s Saxofon verbindet Songpartikel.
Herausragend ist das akustische "Summerabig", wo die Band friedliche Stimmung verbreitet und das Geniessertum und den Müssiggang an einem lauen Sommerabend beschreibt. Irgendwie genial. Aber am meisten fährt der Song "Angscht" ein. Er ist direkt und ehrlich und verbindet die tiefen Ängste eines Menschen von Welt mit einer ironischen Art der Übertreibung. Es ist eine Kreuzfahrt durch ein Wechselbad der Gefühle – von ironischem Witz zu tiefster Furcht und zurück. "Ich han angscht um oise wältfride, ich han angscht, ich seg mal gschide, ich han angscht, angscht vorem schtärbe, ich han angscht, ich täg nie öppis erbe…", singt Mäusli über seine Ängste. Aber immer bleibt dieser Schuss Ironie irgendwo hängen. Das will Mäusli auch: "Man kann ja nicht nur ernsthafte Sachen schreiben. Da würde man ja ganz depressiv", sagt er und lacht.
(David Kilchör)
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