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ZO Extra - Wochenendbeilage - Okt. '00

Eine Oberländer Band auf Erfolgskurs: Die fünf Jungs von booze blooze sind seit der Lancierung ihres Hit-Albums "Bünzli" am Durchstarten. Am Samstag taufen sie im Aathaler Music Club AlcatraZ die neue Single "Schwöschter".


Interview David Nauer

Hallo booze blooze, eure "Bünzli"-CD war ein schöner Erfolg. Bringt euch "Schwöschter" den Durchbruch?

Mouse: Das weiss man natürlich nie, aber wir hoffen schon auf einen Hit.

Noch seid ihr in der Presse nicht ausführlich vorgestellt worden. Man kennt nur eure Künstlernamen. Woher kommt ihr eigentlich, woher kennt ihr euch?

Burger: Wir kommen alle aus Bäretswil und wohnen jetzt noch im Oberland. Wir waren zusammen in der Schule, haben Fussball gespielt, kennen uns vom Ausgang. Wir sind schon lange eine Clique.
José: Das mit den Künstlernamen wird aber trotzdem so bleiben.

Und irgendwann seid ihr auf die Idee gekommen, Musik zu machen?

Zäs: So ungefähr. Es war Zufall, dass ich Gitarre, Burger Drum, Mouse Piano und José Sax spielte, sodass wir überhaupt eine Band bilden konnten.

Seit wann träumt ihr vom Durchbruch mit eurem Sound?

Mouse: Wir haben uns schon immer gedacht, dass wir mal eine CD auf den Markt bringen möchten. Als das mit "Bünzli" ganz gut gelaufen ist, wurden die Chancen irgendwie real, und seit da sind wir extrem produktiv geworden.

Womit wir bei eurem jüngsten Produkt, der neuen Single "Schwöschter" wären. Gratulation erstmal. Wer hat den Song geschrieben?

José: Das war ich

Im Song wird ein Typ besungen, der ziemlich widerlich ist. Was willst du uns damit sagen?

José: Eigentlich überhaupt nichts (alle lachen). Nein, es gibt ja immer Dinge, die einem an verschiedenen Leuten nerven. Und der in "Schwöschter" besungene Typ vereinigt alle negativen Eigenschaften, die man haben kann, in sich.

Der Song ist ziemlich aggressiv. Findet ihr das passend, wenn man bedenkt, dass Schwöschter ein zweideutiger Begriff ist, der auch einen homosexuellen Mann bezeichnen kann?

Mouse: So meinen wir das aber nicht. Der Song beschreibt einen schwächlichen Typ. Wenn wir beispielsweise zusammen im Pub sitzen und einer will schon um 02.00 nach Hause, dann sagen wir ihm, er sei eine Schwester.

Und dann bleibt er?

Burger: Natürlich, Schwester ist schon ein hartes Wort. Aber es bezeichnet sicher nicht einen Homosexuellen.

Was ist mit dem zweiten Song "c you down"?

Mouse: Den habe ich geschrieben. Damals ging eine Beziehung in die Brüche, ich habe die Geschichte so musikalisch umgesetzt.

Wie entstehen sonst eure Songs?

Zäs: Meistens hat einer eine Idee und dann wird geprobt, bis der Song steht. Den Text schreibt immer einer, meistens Mouse, der ja-ausser bei "Schwöschter" die lead vocals übernimmt. Wobei wir mittlerweile gemerkt haben, dass es viel schneller geht, wenn einer sich Gedanken macht und die dann relativ fertig mit in den Proberaum bringt. Denn wenn fünf Musiker einen Song machen wollen, gibt es ein Chaos.

Das tönt schon ziemlich professionell. Könnt ihr euch vorstellen, auch mal von der Musik zu leben?

Mouse: Ich würde sofort alles liegen und stehen lassen, wenn ich als Berufsmusiker arbeiten könnte. Aber im Moment haben wir alle unseren Job...

Und Musik ist nur ein Hobby für euch?

Mouse: So ist es dann auch wieder nicht. Der Job ist das Hobby...

Wie entwickelt ihr euch weiter?

Mouse: Wir wechseln bei jeder Probe die Unterhose (alle lachen).
Burger: Musikalisch tut sich natürlich auch etwas. Ursprünglich machten wir vor allem Rock'n'Roll-Covers. Mittlerweile geht unser Sound eher in Richtung Pop und Rock, zudem spielen wir zu 90 Prozent Eigenkompositionen.

Auf eurer Homepage bedankt sich im Gästebuch Christoph Blocher für die "Bünzli"-CD, die ihr ihm geschickt habt. Das war wirklich nett von euch.

Mouse: Wie ernsthaft der Blocher-Eintrag auf der Homepage ist, wissen wir auch nicht. Aber wir haben ihm wirklich eine "Bünzli"-CD geschickt und er uns eine richtige Dankeskarte - mit einem Albert-Anker-Bild darauf (alle lachen).

Unweit des Blocher-Eintrages warnen die Zeugen Jehovas vor eurer Musik. Betrübt euch das?

Burger: Nein, überhaupt nicht. Die sollen das nicht so ernst sehen. Schliesslich wollen wir mit unserer Musik unterhalten und eine Party haben für uns und fürs Publikum.

Das versprecht ihr auch für den kommenden Samstag?

Zäs: Ja, wir hoffen, dass es im AlcatraZ wieder richtig abgehen wird. Es wird auch noch die "Schwester des Abends" gewählt. Das wird ein Spass!"




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