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Obere Mühle Pressecho
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Rezension zum Obere Mühli Gig:
Zum „booze-Konzert“ ist auch TeleZüri gekommen
Letzten Freitagabend gastierte die Rockgruppe „booze“ in der Oberen Mühle. Fünf gestandene Männer singen auf Mundart und sind damit bereits über die Landesgrenze hinaus bekannt geworden.
Einen winzigen Stempel erhalten die Konzertbesucher nach dem Bezahlen des Tickets auf das Handgelenk gedrückt und (was fast noch wichtiger ist!) ein Päckchen Gehörschütze. Da tut man gut daran, sich diese klemmenden Kunststoffwürstchen reinzustopfen, denn der Offsetdrucker, der Kaminfeger, der Lehrer und der Verkaufsleiter geben als ambitionierte Amateurmusiker ihr Bestes. Mit allerhand Kabel und geheimnisvollen Apparaturen mit vielen Knöpfen und Schiebern dran sind sie angerückt, um mit Hilfe von viel Ampère und Volt Rockmusik zu machen. So dröhnt der Saal in der Oberen Mühle, der Boden vibriert zusammen mit dem Zwerchfell und die Töne pumpen das Dachgeschoss akustisch auf.
Mit Mundart auf Erfolgskurs Die fünf „booze-Männer“ sind währschafte Zürcher Oberländer aus Bäretswil, und sie machen schon seit 20 Jahren Musik. Dem Pop-Rock fühlen sich die Musiker verpflichtet, und singen tun sie ihre Eigenkompositionen auf Mundart. Das versteht man, das ist mutig, das ist eigenständig und selbstbewusst. So hat die Rockgruppe schon im süddeutschen Raum konzertiert. Da hat man sie jedenfalls auch verstanden – genau wie im Bernbiet und im Bündnerland.
Rhythmisierte Sprache Sie rocken durchaus versiert, mit temperamentvollem Engagement, und sie kommen ganz offensichtlich an bei den Dübendorfern, nicht nur bei ihrer Fangemeinde, die kräftig mitsingt und nicht wenige von den oft balladenhaften Texten kennt. Diese sind aus dem Leben gegriffen, sind originell formuliert, abgewandelt, durchgeschüttelt, sodass mitunter die Sprache selber zum Rhythmus wird und von der Musik nur noch inszeniert werden muss. Die Stimmung ist ausgezeichnet beim altersdurchmischten Publikum, das ganz ungezwungen an den Bistrotischen herumsteht, dazwischen herumtanzt, mitwippt, klatscht, pfeift und johlt, mit dem Zeigefinger Löcher in die Luft sticht, die womöglich so warm ist, wie in einem Heissluftballon.
Bandleader als Sprachlehrer Die Rocker schwitzen tüchtig auf der Bühne. Die Zuhörer nuckeln an der Cola-Flasche um die Kehlen zu befeuchten oder sie nippen an einem Appenzeller Quöllfrisch. Und damit hätte sich dann auch irgendwie ein Kreis geschlossen. Denn „booze“ werden im Englischen alkoholische Getränke genannt. Das wusste Thomas Mäusli, der Bandleader dem unbedarften Schreiber zu erklären. Der hatte von der Bedeutung des Wortes nämlich keine Ahnung.
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