Suchen


Nach über 100 Konzerten

und bald 11 Jahren hat sich Tino Höchli entschieden, den Bass an den Nagel zu hängen. Er sagt zwar, dass er privat nach wie vor für sich üben, die grossen Bühnen aber nicht mehr betreten wolle.

Tino Höchli aus Klingnau im Aargau, übernahm im Laufe des Jahres 2000 vom damaligen Bassisten Mac Hüppi die 4 Saiten, weil dieser eine längere Reise nach Thailand plante. Tino wurde über ein Internet-Music-Portal ausfindig gemacht. Unvergessen die Antwort von Tino auf meine Frage, wie ich ihn denn am Bahnhof Wetzikon erkennen würde: "anhand der Augenklappe"! Natürlich fragte ich nicht weiter, ich konnte mir aber beim besten Willen nicht vorstellen, dass jemand im 20. Jahrhundert fix eine Augenklappe tragen würde. Halloween war noch nicht und die wilden Jahre der Piraterie waren längst vorbei und dennoch wartete Tino damals freundlich und entschlossen in Wetzikon - ich konnte ihn wahrlich nicht verfehlen! Dass sein Markenzeichen - die Augenklappe - auch das des Bandmaskottchen werden würde, stand damals noch in den Sternen.

Die ersten Proben gingen zügig voran und Tino brachte sich nicht nur musikalisch, sondern auch mit unzähligen PA-Boxen, Verstärkern und sonstigem Material in die Band ein. In den ersten Monaten gab es kaum eine Probe, wo Tino nicht mit irgend einer im Keller ausgegrabenen Box dahergelaufen kam! Für uns war dies Gold wert, weil wir technisch doch eher bescheiden ausgerüstet waren und nicht wie heute - Geld wie Heu hatten...

Booze hiessen damals noch booze blooze und man hatte soeben auf Radio 24 mit dem Erstling "Bünzli" einen Überraschungshit landen können. Tino träumte, wie allen anderen auch, vom Durchbruch, Welttourneen und allen dazugehörigen Eskapaden. Natürlich war die Realität ein wenig anders, aber Spass gemacht hat's trotzdem.

Mit Tino erlebte Booze die Blütezeit, wir spielten vor Polo Hofer beim "Rock im Aathal", hatten bei Dani Fohrler einen Auftritt bei TV3, erreichten beim Prix Walo sowie Battle of the Bands die Halbfinals, rissen diverse Gebäude in Bäretswil ab (Turnhalle, Frohberg), sahen, wie aus einem 30 Nasen-Anlass ein 700-Personen-Sprinsteen-Event wurde, durften unvergessliche Konzerte vor vollen und auch absolut leeren Rängen erleben, schliefen auswärts im Stroh, im Hotel, in Massenschlägen, spielten an Open-Airs, auf Bühnen, in Zelten, bei Regen, Wind, Sonnenschein und Gewitter. Tino erlebte diverse Bandmitgliederwechsel, 2 Bandbus-Taufen sowie diverse unvergessliche Aufnahmen und Plattentaufen der Alben Ganz andersch (Mc Gill Dietikon), Langsam aber sicher (Jowa Studios Stuttgart), Zwölf91 (SAE Studios Zürich) und Grandhotel (Chateau Faverolles Frankreich).

Tino hatte es mit mir und uns nicht immer einfach, weil ich bezüglich neue Songs üben doch immer eine hohe Kadenz anschlug und er somit viel üben musste. Zudem kurvte er während Jahren 2x wöchentlich vom Aargau nach Bäretswil, was doch einer wöchentlichen Fahrzeit von gut 4 Stunden gleichkam! Er entpuppte sich vor Konzerten auch als wichtige, helfende Hand wenn's ums Verkabeln der PA-Boxen und des Verstärkers ging. Tino übte und spielte während seinen gut 10 Jahren weit über 150 Songs und praktisch in jeder Probe kam ein neuer dazu! Danke Tino für deine Ruhe und deine Nachsicht bezüglich meiner Ungeduld!

Obwohl er stets der fast stoisch wirkende, ruhende Pol war, hatte auch Tino seine hohen Momente, so zb als er nachts um 3 in Engelberg nach einem Gig im Hotel Radau machte, weil es doch tatsächlich keinen Kaffee mehr gab oder als er nach der Chilbi in Bäretswil und einem feucht-fröhlichen Besuch bei Müllers an der Bar am nächsten morgen mit einer Pylone im Bett erwachte!

Wie wir älter wurden, so kamen Kinder auf die Welt und der von mir manchmal fast krampfhaft gepredigte Ehrgeiz der vergangenen Jahre wich langsam aber sicher einer gewissen Gelassenheit und Sicherheit, dass es schon gut kommen würde mit uns, der Band, den Songs und dem, was wir wollen.

Tino, ich danke dir von ganzem Herzen für all die tollen Jahre, deine Ausgeglichenheit, deinen unermüdlichen, wöchentlichen Einsatz und wünsche dir und deiner Grossfamilie Gesundheit, Glück und Erfüllung.

Du weisst, die Tür im Bandraum steht jederzeit für einen Jam offen!

Heb sorg und bliib suuber

Mouse und Booze


   Tino i de Präss



news
Obere Mühle Pressecho
Fotoalbum Obere Mühle
Springsteen Night Pressecho
Das "Albtraum" Video
Neue downloads: Dumms Chind, Bäretswil, ...